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Unternehmensnetzwerk aufbauen

Die Entwicklung hin zu einem nachhaltigen Gewerbegebiet braucht ein Netzwerk engagierter Unternehmerinnen und Unternehmer, denen ihr Standort und ihre Nachbarschaft wichtig sind. Ein solches Netzwerk hat Vorteile für die Entwicklung des gesamten Gebietes sowie auch für jedes einzelne Unternehmen.
Nachfolgend werden die Schritte einer Unternehmensansprache und die Vorteile einer Netzwerkbildung für Unternehmen vorgestellt, wie sie ganz oder teilweise auch auf andere Städte übertragbar sind.

1. Auswahlkriterien zur Kontaktaufnahme einzelner Unternehmen

Um einen festen Kern von Netzwerkmitgliedern zu gewinnen, ist es empfehlenswert, auf folgende Unternehmen als erstes zuzugehen:

  • langfristig ortsansässige Unternehmen, da sie mit der Stadt verwurzelt sind;
  • Grundstückseigentümer/innen, denen das Firmenareal gehört, so dass sie dort unkompliziert Maßnahmen wie Entsiegelung, Bepflanzung oder die Installation einer Solaranlage durchführen können;
  • Unternehmer/innen mit Wohnsitz im oder um das Gewerbegebiet herum aufgrund ihrer größeren Identifikation und dem Wunsch einer verbesserten Aufenthaltsqualität;
  • Unternehmen, die sich in der Vergangenheit schon für Begrünung, Sanierung, erneuerbare Energien oder auch einfach für eine Attraktivitätssteigerung ihres Standortes interessiert haben. Auch Unternehmen, die dafür bekannt sind, gut in der Stadt vernetzt zu sein, können wertvolle Adressen sein, um von ihnen ausgehend im zweiten Schritt die Verbindung zu anderen Unternehmen und Akteuren im Gebiet herzustellen.

2. Auswahl von Maßnahmen zur Vernetzung der Unternehmen

Im Netzwerk sollte es Formate geben, die es für Unternehmerinnen und Unternehmer lohnend machen, ihre Zeit in die Austauschtreffen zu investieren.

Nachfolgend einige Beispiele:

  • Durchführung entspannter Veranstaltungsformate im Gewerbegebiet (Straßenfeste, Business-Frühstück) oder Infostand der Kommune;
  • kurze Austauschrunden mit wenigen Unternehmen, um Bedürfnisse abzufragen und individuelle Themen zu diskutieren, z. B. Verkehrssituationen an bestimmten Straßen;
  • Beratungsveranstaltungen zu verschiedenen Themen z. B. mit Effizienz-Agentur NRW (EFA);
  • kostenlose persönliche Beratung der einzelnen Unternehmen, je nach Bedarf zu Effizienz, Planung der Außenanlage, Nutzung erneuerbarer Energien, Elektromobilität;
  • öffentlichkeitswirksame Aktionen (z. B. Baumpflanzung) als Pressetermin im Gewerbegebiet, gerne zusammen mit der Bürgermeisterin bzw. dem Bürgermeister;
  • gut strukturierte Entwicklung eines Leitbildes des Gebietes. Ein gemeinsames Leitbild hilft dabei, eine gemeinsame Identität und ein gemeinsames Selbstverständnis zu schaffen. Gleichzeitig gibt es Orientierung in der Netzwerkentwicklung und schafft eine Basis für die gemeinsame Strategie, Ziele und Maßnahmen. In der Außenkommunikation verbindet es das Netzwerk mit greifbaren Inhalten.

3. Chancen aus Unternehmenssicht

Der Auf- oder Ausbau eines Nachhaltigkeitsnetzwerkes im Gewerbegebiet bietet für die Unternehmen zahlreiche Vorteile, die sowohl im monetären Bereich liegen können als auch in der Außendarstellung und der Mitarbeiterbindung. Nachfolgend einige Beispiele:

  • Neue Kontakte knüpfen:
    Dienstleistungsunternehmen haben die Chance, potenzielle neue Kunden in der eigenen Nachbarschaft kennenzulernen und umgekehrt.
  • Wertvolle Synergien:
    Im Verbund ist es möglich, Kosten zu sparen. Beispiele dafür sind der Aufbau eines Abfall- und Energieverbundes, ein Gemeinschaftsbund „Grüner Strom“, die Bildung von Einkaufgemeinschaften, die gemeinsame Nutzung von Park- und Lagerfläche, die Ermöglichung eines Jobtickets und vieles mehr.
  • Starke Partnerschaften:
    Im Verbund mit den Nachbarunternehmen lassen sich einige Missstände schneller beseitigen oder deren Beseitigung einfordern.
  • Gewinnbringende Kooperationen mit der Kommune:
    Über Baumschutzsatzung und A+E Maßnahmen sind beispielsweise Zuschüsse über die Kommune für Begrünungsmaßnahmen der Unternehmen leistbar.
  • Frühzeitige Zusammenarbeit zwischen Kommune und Unternehmen:
    Der direkte Austausch ermöglicht ein besseres Verständnis für die jeweiligen Positionen und zeigt Lösungswege auf.
  • Werbeeffekt:
    Durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und Berichterstattung wird das Netzwerk sowohl im Gebiet als auch in der gesamten Stadt bekannt.
  • Stabilität durch das Netzwerk:
    Durch die Zusammenarbeit findet ein Austausch und damit ein Informations- und Wissensgewinn statt. Zudem besteht die Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen.
  • Mitarbeiterbindung / -gewinnung:
    Ein Gebiet, das für seine Unternehmen bekannt ist, die sich für eine nachhaltige Quartierentwicklung engagieren, wird attraktiv für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  • Imagegewinn:
    Durch attraktive Freiraumgestaltung und -qualität im Sinne einer nachhaltigen Gewerbegebietsentwicklung wird das Gebiet zum Vorzeigegebiet.

TIPP
Die Unternehmensansprache sollte systematisch, am besten straßen- oder sektorenweise, erfolgen. Besser als ein Serienbrief, sind zunächst eine telefonische und dann eine persönliche Kontaktaufnahme.